Wohnungsübergabe und Endreinigung – Kaution sichern beim Auszug

Viele Mieter verbringen den letzten Abend vor der Übergabe mit Putzen – und verlieren trotzdem einen Teil der Kaution. Nicht weil sie nicht geputzt haben, sondern weil sie die falschen Stellen geputzt haben. Vermieter kennen die üblichen Stellen, die Mieter vergessen. Hier sind sie – alle.

Warum die Kaution trotz Putzen verloren geht

Das Grundproblem ist einfach: Mieter reinigen intuitiv dort, wo Schmutz sichtbar ist. Vermieter prüfen systematisch dort, wo Schmutz typischerweise versteckt ist. Das sind oft nicht dieselben Stellen.

Dazu kommt: Nach Jahren in einer Wohnung gewöhnt man sich an bestimmte Verschmutzungen und nimmt sie nicht mehr bewusst wahr. Kalkablagerungen im Bad, Fettfilm über dem Herd, gelbe Verfärbungen im WC – das fällt dem Vermieter beim ersten Blick auf, dem Mieter schon längst nicht mehr.

Die häufigsten Stellen die beim Auszug beanstandet werden

1. Backofen – der Klassiker

Der Backofen ist das Objekt, das am häufigsten zur Kautionsabzug führt. Eingebrannte Fettspritzer, karamellisierte Rückstände, schwarze Krusten auf den Seitenwänden – das sieht man sofort. Und es lässt sich mit normalem Haushaltsputzen kaum entfernen.

Professionelle Lösung: Backofen-Entfetter aus dem Fachhandel einwirken lassen (mindestens 30 Minuten), dann mit warmem Wasser und einem Kunststoffschaber vorsichtig lösen. Die Seitenwände, die Rückwand und das Gitter nicht vergessen.

2. Dunstabzugshaube

Fettfilter im Dunstabzug – die werden von fast allen Mietern vergessen. Ein Vermieter, der weiß was er tut, zieht den Filter heraus und schaut hinein. Fettgetränkte Filter sind klares Indiz dafür, dass die Haube nie wirklich gereinigt wurde.

Die Außenfläche der Haube ebenfalls: Fettfilm, der sich über Jahre aufbaut, sieht unter bestimmten Lichtverhältnissen aus wie eine klebrige braune Schicht.

3. Kühlschrank – innen, hinten, unten

Die Innenflächen des Kühlschranks werden gereinigt – das Gemüsefach wird herausgezogen – die Rückwand im Inneren wird oft vergessen. Schimmelspuren an Dichtungen sind ein häufiger Beanstandungsgrund. Und: Kühlschrank herausziehen und den Bereich dahinter und darunter reinigen.

4. Silikonfugen im Bad

Verfärbte, schwarze Silikonfugen in Dusche, Badewanne und Waschtisch – das ist optisch sofort auffällig und schwer zu reinigen. Schimmel in Silikonfugen lässt sich oft nicht mehr wegputzen, sondern muss herausgeschnitten und neu versiegelt werden. Das geht zu Lasten des Mieters, wenn es auf fehlende Pflege zurückzuführen ist.

5. Heizkörper – zwischen den Rippen

Heizkörper werden gewischt – aber zwischen den Rippen? Dort sammelt sich über Jahre eine Schicht aus Staub, Haaren und Hausstaub, die beim Heizen aufgewirbelt wird und sich als schwarze Ablagerung an der Wand dahinter zeigt. Ein Vermieter, der genau hinschaut, sieht das.

6. Fußleisten und Sockelleisten

Oft staubig, manchmal mit Schmutzablagerungen in den Ecken. Werden beim Staubsaugen meistens nicht erreicht. Ein feuchtes Tuch an der Fußleiste entlanggeführt – und auf dem Tuch sieht man, wie viel sich dort angesammelt hat.

7. Fenster – innen

Fenster werden geputzt – aber werden die Rahmen mitgereinigt? Die Dichtungsgummis? Die Fensterbänke ganz an den Seiten, wo sie an den Rahmen stoßen? Schmutz und Schimmelspuren an Fensterdichtungen sind ein häufiger Kritikpunkt.

8. Lichtschalter und Steckdosen

Klingen banal, werden aber oft vergessen. Verschmutzte, vergilbte Lichtschalterrahmen fallen beim Rundgang auf. Ein feuchtes Tuch reicht – aber man muss dran denken.

9. Türen und Türrahmen

Die Türblätter selbst werden gewischt – der Türrahmen oft nicht. Besonders oben am Türrahmen sammelt sich Staub. Und an den Stellen, wo die Tür aufschlägt, entstehen Schmutzflecken vom Griff.

10. Balkontür und Balkon

Der Balkon gehört zur Wohnung und wird bei der Übergabe mitbewertet. Schmutzige Fugen zwischen Bodenplatten, Ablagerungen auf Brüstungen, Schmutz in der Balkontür-Schiene – das wird geprüft.

Selbst reinigen oder Profi beauftragen?

Wer Zeit, Energie und die richtigen Mittel hat, kann die Endreinigung selbst durchführen – wenn er weiß, worauf es ankommt (diese Liste). Bei einer Wohnung, in der man mehrere Jahre gelebt hat, ist das Ergebnis selten so gründlich wie professionelle Reinigung – nicht weil man ungeschickt ist, sondern weil man nicht mehr neutral auf die eigene Wohnung schaut.

Der Vorteil professioneller Endreinigung: Wir kommen mit dem nötigen Abstand, dem professionellen Equipment und dem Wissen, was bei Übergaben in NRW erwartet wird. Eine schriftliche Reinigungsbestätigung gibt zusätzliche Sicherheit.

Zusammenfassung: Die 10 häufigsten Beanstandungspunkte

  1. Backofen – Krusten, Seitenwände, Gitter
  2. Dunstabzugshaube – Filter und Außenfläche
  3. Kühlschrank – Dichtungen, Rückwand, Bereich dahinter
  4. Silikonfugen – Dusche, Wanne, Waschbecken
  5. Heizkörper – zwischen den Rippen, Wand dahinter
  6. Fußleisten – Ecken und Übergänge
  7. Fensterrahmen und Dichtungen
  8. Lichtschalter und Steckdosen
  9. Türen, Türrahmen – besonders oben
  10. Balkon – Fugen, Brüstung, Türschiene